Energiewende in der Automobilindustrie


Energiewende Mitsubishi Elektromobilität

Deutschland gilt als internationaler Vorreiter bei der „Energiewende“, der Begriff hat es in seiner deutschen Version sogar in die englische Sprache geschafft. Doch wie sieht es bei der „Energiewende on 4 wheels“ aus? Peter Siegert von Mitsubishi Motors gibt einen Einblick in den Stand der Dinge zur  Energiewende in der Automobilindustrie.

Energiewende bei Mitsubishi – vom PS-Protz zur Elektromobilität

Peter Siegert von Mitsubishi Motors rückt bei der Premiere der Automotive Allstars die Energiewende in den Fokus seines Vortrags und zeichnet den Mitsubishi-Plan von leistungsstarken Allrad-Fahrzeugen, die die Rallye Dakar gewinnen, hin zu elektrischen Fahrzeugen auf.

Der Businessplan von Mitsubishi ist, kommende Modelle als Plugin-Hybrid oder bereits als vollständig elektronisch angetriebenes Auto auf den Markt zu bringen. Dies wird sich danach richten, wie schnell die Technologie der Batterie voranschreitet. Mitsubishi arbeitet ab sofort mit Bosch zusammen und bestückt seine Autos somit mit einer Batterie aus Deutschland. In Japan plant Mitsubishi eine Kooperation mit Nissan, dem derzeit führenden Hersteller bei Elektroauto-Verkäufen.

Energiewende bei Mitsubishi – Strategie nicht Alibi

Laut Siegert war es für Mitsubishi schon immer wichtig, zu machen und nicht nur zu reden und verweist auf die bereits 2005 begonnene Arbeit am i-MiEV electric vehicle, das 2009 in Japan auf den Markt kam. 2013 folgte mit dem Plugin-Hybrid Outlander ein erstes Allrad-Modell, weitere stehen kurz vor der Veröffentlichung. Der Fokus auf Elektromobilität ist bei MItsubishi laut Siegert fester Bestandteil der Konzern-Strategie und nicht nur ein Alibi.

Discharging battery als Rettung beim Katastrophen-Blackout

Durch Features wie eine discharging battery (beim bidirektionalen Laden kann übrig gebliebene Energie der Batterie für andere Zwecke, z.B. die Stomversorgung des Hauses genutzt werden) ist der Mitsubishi Plugin-Hybrid Outlander das beliebteste Auto auf dem europäischen E-Car/Hybrid-Markt. Doch welchen konkreten Nutzen hat solch eine discharging battery in Zeiten von billigem und überall vorhandenem Strom? Im Falle einer (Natur/Umwelt)-Katastrophe, die nicht mehr so unwahrscheinlich sind, wie Fukushima bewiesen hat, drohen langfristige Stromausfälle. Die (übrigens auch per Generator wieder aufladbare) discharging batteries in Autos könnte die Stromversorgung für eine gewisse Zeit sichern.

Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderung für die Automobilbranche. Wie schnell ist Elektromobilität serienmäßig umzusetzen? Erfahre die neuesten Ecar-Trends bei den Automotive Allstars 2016!  Ich will ein #allauto 2016-Ticket!

Dezentrale Energiewende

Durch die Möglichkeit des bidirektionalen Ladens ist die Energiewende nicht länger nur Sache der Politik sondern des Einzelnen. Jeder Autofahrer wäre Teil dieser von Siegert sogenannten dezentralen Energiewende: Nach der morgendlichen Fahrt zum Arbeitsplatz lädt man die Batterie am Parkplatz an der Steckdose auf, fährt mit vollgeladenem Akku nach Hause, schließt dort angekommen das Auto an die Stromversorgung des Hauses an und speist abends und in der Nacht soviel Strom zurück ins Haus, so dass der Akku am nächsten Morgen noch genug Power für die Fahrt zur Arbeit hat.

Energiewende durch branchenübergreifende Zusammenarbeit

Peter Siegert macht in seinem Vortrag deutlich, dass eine der größten Herausforderungen für den Wandel der Schritt in eine branchenübergreifende Zusammenarbeit sei. Die gesamte Automobilbranche müsse beginnen, die Energieunternehmen und Internetkonzerne früher und stärker in die Konzeption und Entwicklung miteinzubeziehen. Eine Veranstaltung wie Automotive Allstars ist für Siegert die ideale Plattform, um in Gesprächen den Grundstein für solche Kollaborationen zu legen.

Energiewende mit Projekten wie Vehicles to grid & Smart City

Eine dieser Zusammenarbeiten ist das Projekt „vehicles to grid“ von Mitsubishi und dem spanischen Energieanbieter Endesa. Während Siegert vorher die Möglichkeit für den Einzelnen erwähnte, sein eigenes Haus mit Strom aus der Autobatterie zu versorgen, ergeben sich ganz andere Visionen, wenn mehrere Autos genutzt werden, um zum Beispiel die Spitzenlasten eines Stromsystems zu reduzieren oder auszugleichen. Als positives Beispiel für den Umgang mit dem Thema „vehicles to grid“ nennt Siegert abschließend Amsterdam, das für ihn eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Smart City einnimmt.

Energiewende in der Automobilindustrie – Peter Siegert (Mitsubishi Motors)

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